19. Februar 2010

UK S-H-Entlassungen: „Die Methoden bewegen sich am Rande der Legalität.

Kiel/Lübeck. DIE LINKE im Schleswig-Holsteinischen Landtag kündigt an, verstärkt darauf zu achten, dass Sanierer und Berater beim Universitätsklinikum Schleswig-Holstein nicht ein ähnliches Desaster hinterlassen, wie bei der HSH-Nordbank. In diesem Jahr hatte der Chefsanierer des UK SH Dr. Carl Hermann Schleifer erstmalig einen Haushalt mit einer schwarze Null präsentieren wollen. Das stattdessen durch Managementfehler entstandene Defizit von 33 Millionen Euro soll nun durch Personaleinsparungen ausgeglichen werden. „Wir haben erfahren, dass die Unternehmensleitung dabei Methoden anwendet, die sich am Rande der Legalität bewegen“, sagte Antje Jansen, sozialpolitische Sprecherin der LINKEN im Landtag. „Vor allem ältere und sogenannte leistungsgeminderte Mitarbeiter werden systematisch aus dem Unternehmen gedrängt.“

Die Gründe für das Defizit sieht Jansen unter anderem in der überflüssigen Beratungsaufträgen. „Mindestens 18 Millionen Euro fallen jedes Jahr für nutzlose, weil redundante Aufträge an Beraterfirmen an. Die wahren Kosten, die sie seit Jahren verursachen, sind aber um ein Vielfaches höher. Sie halten die Mitarbeiter von ihrer Arbeit ab und erzeugen durch ständige Umstrukturierungen Chaos in den organisatorischen Abläufen.“

Kürzungen und Mehrbelastungen des Pflegepersonals zeigten deutlich negative Auswirkungen. Internen Informationen zufolge sei bereits jetzt oft nur eine einzige Pflegekraft für die Betreuung von bis zu 40 schwerkranken Menschen zuständig. „Über Kosteneinsparungen darf nur gesprochen werden, wenn sichergestellt ist, dass die Kranken vom Pflegepersonal gut versorgt werden können.“

Für die Mitarbeiter des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein dürfte das eisige Klima des diesjährigen Winters noch eine ganze Weile andauern.