Kiel. DIE LINKE im Schleswig-Holsteinischen Landtag verurteilt die zwei Castor-Transporte, die im Herbst durch Schleswig-Holstein führen werden.
Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte die Transporte am 23. September genehmigt. Schleswig-Holstein sei am Genehmigungsverfahren beteiligt gewesen und habe keine Bedenken geäußert.
„Castor-Transporte geben radioaktive Strahlung ab. Damit gefährdet jeder Castor konkret die Bevölkerung“, sagt Ranka Prante, energiepolitische Sprecherin der LINKEN Landtagsfraktion. „Es heißt zwar, dass Castor-Behälter sicher seien, Fakt ist aber, dass nicht jedes Modell Tests unterzogen wird, die die Realität widerspiegeln. Erst im Juli stoppte der TÜV einen Atomtransport, weil der vorgeschriebene Unterdruck im Behälter nicht eingehalten wurde.“
Solche Pannen erhöhten die ohnehin bestehende Gefahr durch den Transport alter Brennstäbe. Es sei an der Zeit, dass die Landesregierung sich gegen den Einsatz von Atomenergie ausspreche.
„Es ist unmöglich, die Gefahren die von Atomtransporten ausgehen, einzudämmen. Die Gefahren von Atomkraftwerken, gerade der alten Pannen-AKWs hier in Schleswig-Holstein, sind unkalkulierbar. Gerade gestern gab es wieder einen meldepflichtigen Störfall im AKW Brunsbüttel. Wir werden uns weiterhin für die unverzügliche Stilllegung der Atomkraftwerke einsetzen“, so Prante weiter.
Die geplanten Transporte beginnen im nordrhein-westfälischen Zwischenlager Ahaus und sollen über Schleswig-Holsteins Schienen und Straßen nach St. Petersburg führen. Befördert werden 951 Brennstäbe, die aus der Sowjetunion stammen. Ursprünglich waren sie in dem Ende der neunziger Jahre stillgelegten DDR-Forschungsreaktor Rossendorf bei Dresden im Einsatz.