8. Februar 2012

Gewinn-Aktion der LINKEN: Wie viel Unterricht fällt an Schleswig-Holsteinischen Schulen wirklich aus?

DIE LINKE Landtagsfraktion lässt sich von der Schönrechnerei der Landesregierung in Bezug auf den Unterrichtsausfall nicht hinter´s Licht führen und fragt direkt in den Schulen nach. Mit der Initiative „Wo fällt der meiste Unterricht aus“ können Schülerinnen und Schüler ab dem 13. Februar über einen Zeitraum von zwei aufeinander folgenden Wochen dokumentieren, wie viele Stunden ausgefallen sind, oder andere Fächer erteilt wurden, als vorgesehen. Ein entsprechendes Kontaktformular ist ab sofort auf Homepage zu bearbeiten. Unter den Teilnehmenden werden fünf Preise verlost, darunter ein roter iPod-Nano.

DIE LINKE fordert Sofortmaßnahmen zur Vermeidung von Unterrichtsausfall in Schleswig-Holsteinischen Schulen und hat für die kommende Landtagssitzung einen entsprechenden Antrag eingereicht.

„Die Landesregierung macht Schulpolitik nach Kassenlage und gibt vor. Noch immer fehlen genaue Zahlen darüber, wie viel Unterricht tatsächlich ausfällt. Auch Stillbeschäftigungen oder Unterricht, in dem eine Lehrkraft zwei bis drei Klassen gleichzeitig betreut, gelten in Schleswig-Holstein als fachgerechter Unterricht“, kritisiert Björn Thoroe, LINKE-Abgeordneter.

„Wir fordern die Landesregierung dazu auf, die Zahlen zum Unterrichtsausfall seriös zu erfassen und die Unterrichtsversorgung dauerhaft auf höchstem Niveau sicherzustellen. Dazu muss der Vertretungsfonds besser ausgestattet werden, damit kurzfristig auf Lücken reagiert werden kann. Langfristig kann Unterrichtsausfall aber nur verhindert werden, wenn die strukturelle Unterversorgung mit Lehrkräften beendet wird“, so Thoroe.

Der LINKE-Antrag im Wortlaut:

Unterrichtsausfall in Schleswig-Holstein erfassen und gegensteuern

Die Landesregierung wird aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um dem Unterrichtsausfall an schleswig-holsteinischen Schulen wirksam zu begegnen.

Zu diesem Zweck wird die Landesregierung aufgefordert:

·        durch Sofortmaßnahmen aktiv dafür zu sorgen, dass ausreichend VertretungslehrerInnen bereitgestellt werden, sodass kein Unterricht mehr ausfällt (mit Ausnahme von witterungsbedingten Ausfällen);

·        keine Kompensation des Unterrichtsausfalls zu Lasten von Förderstunden, Schuleingangsphase, Differenzierungsstunden oder Ganztagsangeboten zu erlauben;

·        eine realistische und fachspezifische Erfassung des Unterrichtsausfalls in die Wege zu leiten, die das tatsächliche Ausmaß der Ausfallstunden widerspiegelt und

·        eine Zuweisung an Personal und Stunden für alle Schulen vorzunehmen, die den strukturellen Unterrichtsausfall verhindert.

Begründung:

Der Unterrichtsausfall an schleswig-holsteinischen Schulen hat im laufenden Schuljahr 2011/12 dramatische Ausmaße angenommen. Das verdeutlichen die sich häufenden Klagen von Eltern und Lehrkräften über zahlreich ausfallenden Unterricht. Die Landesregierung muss deshalb umgehend handeln um den für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.

Das 2004 eingeführte Schul-Statistik-Programm ODIS erfasst nicht, ob bei Erkrankung der Fachlehrkraft der Unterricht durch fachfremdes Lehrpersonal vertreten wird, eine Lehrkraft über mehrere Klassenverbände hinweg unterrichtet oder der Unterricht ohne LehrerIn als eigenverantwortliches Lernen stattfindet. Ein qualitativ hochwertiger Unterricht kann unter diesen Bedingungen nicht gewährleistet werden.