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13. Juli 2010 Landtagsreden, Ranka Prante, Frauen+Gleichstellung

Ranka Prante zum Antrag "Frauen in Führungspositionen"

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen, Frauen in Führung….gibt es zu Wenige! Trotz hoher Qualifikation!  Trotz hoher Einsatzbereitschaft!

Fakt ist:

In den 100 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland sind lediglich 4 von 411 Vorstandssitze mit Frauen besetzt. In den Aufsichtsräten der TOP 200 Unternehmen werden immerhin10 % der Plätze von Frauen besetzt. Nur eines der 30 Dax-Unternehmen wird von einer Frau geführt. Frauen haben in der Krise im Schnitt weniger Verlust erwirtschaftet als Männer. Die Aufstiegschancen von Frauen sind sehr begrenzt, da die Unternehmen strukturell fast rein mit Männer-Netzwerken durchzogen sind. Wir, die Fraktion DIE LINKE fordern schon lange, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft, in der Politik, aber auch in der öffentlichen Verwaltung deutlich erhöht werden muss. Auch hier gilt, das zum Equal-Pay-Day Gesagte: Wer glaubt, dass sich durch eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft etwas in der Geschlechtergerechtigkeit in Führungspositionen ändern könnte, kann gerne 30 Jahre und länger warten. Wenn Frauen überhaupt eine Chance in den Chefetagen der Wirtschaft haben sollen, dann brauchen wir  verpflichtende, sanktionsfähige Quoten, denn ohne sie gibt es weder Frauen-Förderung in Unternehmen noch einen Anstieg der Zahl bei Frauen in Führungspositionen. Wir brauchen sie aber nicht erst 2015, sondern sofort! Die Geschlechtergerechtigkeit in Lohnhöhe sowie Äquivalenz im Stundenvolumen kann man nicht den freien Märkten überlassen! Hier ist der Staat gefragt!

Hier muss der Staat seiner Verpflichtung aus dem Grundgesetz nachkommen, die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern! Dazu gehört nach bundesverfassungsgerichtlicher Rechtsprechung auch der Schutz vor Diskriminierung und Förderung eines Lebens, das fei von einschränkenden Geschlechterrollen ist und  das Recht auf gleiche Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen. Wir und insbesondere Sie, werte Kolleginnen und Kollegen müssen uns dafür einsetzen,  diese Verpflichtung aus dem Grundgesetz  zu verwirklichen und endlich alte Strukturen mit gesetzlicher Hilfe aufbrechen. Vielen Dank!