Kiel. DIE LINKE erneuert ihre Forderungen nach mehr Investitionen in die frühkindliche Bildung. Hintergrund sind die heute veröffentlichten Zahlen zum Ländermonitor der Bertelsmann Stiftung.
„In den letzten zehn Jahren lagen die Ausgaben für frühkindliche Bildung in Schleswig-Holstein weit unter dem Bundesdurchschnitt. Kein anderes Bundesland hat pro Kind weniger in die Zukunft der unter Sechsjährigen investiert“, so Antje Jansen, sozialpolitische Sprecherin der LINKEN Landtagsfraktion. „Die Zahlen belegen die Versäumnisse der letzten Landesregierungen. Das Angebot der Ganztagsbetreuung ist mit etwa 18 Prozent mehr als mangelhaft und muss umgehend ausgebaut werden. Nur so können jedem Kind frühestmöglich umfassende Bildungschancen garantiert werden“, so Jansen weiter.
Noch im Februar verkündete Minister Klug in einer Sitzung des Bildungsausschusses stolz, dass Schleswig-Holstein mit der Gesamtversorgungsquote von 18,4 Prozent erstmals über dem westdeutschen Bundesdurchschnitt läge. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist längst nicht gegeben, wenn eine zweistündige Betreuung bereitgestellt wird. Nicht mal 20 Prozent der Kinder werden länger als sieben Stunden betreut“, so Jansen.
„Zudem benötigen wir eine umfassende Qualifizierung des pädagogischen Fachpersonals durch ein Hochschulstudium. Ausreichende Finanzierung von Weiterbildung und die dafür benötigte Zeit müssen allen Erzieherinnen und Erziehern verfügbar sein. Nur so können die wachsenden Anforderungen an Betreuung, Bildung und Erziehung erfüllt werden. Noch immer gibt es zu viele Erzieherinnen und Erzieher ohne eine abgeschlossene Ausbildung in den Kitas Schleswig-Holsteins.“ Mit 2,9 Prozent rangiert Schleswig-Holstein auf einem der letzten Plätze. Nur Bremen und Hessen beschäftigen mehr unausgebildetes Personal. DIE LINKE wird sich durch parlamentarische Initiativen für die Aufwertung des Berufs der ErzieherInnen und eine angemessene Finanzierung der frühkindlichen Bildung einsetzen.
„Die zusätzlichen 10 Millionen Euro, die der Minister den Kreisen und kreisfreien Städten als Trost für das gestrichene dritte beitragsfreie Kita-Jahr zugesichert hat, können kaum die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre auffangen. Ohne die Absenkung des Betreuungsschlüssels und den damit einhergehenden finanziellen Mehrbedarf wird es langfristig keine Qualitätssteigerung im frühkindlichen Bereich geben“, erklärt Jansen abschließend.