Kiel. DIE LINKE im Schleswig-Holsteinischen Landtag fordert, den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat drastisch zu reduzieren und sowohl die sachgemäße Anwendung als auch die Endprodukte verstärkt zu kontrollieren. Die Linksfraktion hatte zu diesem Thema vier Kleine Anfragen an die Landesregierung gerichtet.
„In ihren Antworten auf unsere kleinen Anfragen versteckt sich die Landesregierung hinter der Aussage, dass bei bestimmungs- und sachgemäßem Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Glyphosat keine Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt bestehen. Sie stellt die sachgemäße Anwendung aber weder im Vorfeld sicher, noch führt sie im Nachgang angemessene Kontrollen durch“, so Antje Jansen, Fraktionsvorsitzende der LINKEN Landtagsfraktion.
„Glyphosat ist giftig, kann menschliche Zellen schädigen und die Embryonalentwicklung von Mensch und Tier gefährlich stören. Trotzdem hat unser Nachhaken ergeben, dass bei Nahrungsmitteln zu wenig und bei den Futtermitteln überhaupt nicht auf Glyphosat oder sein Abbauprodukt AMPA getestet wird. Damit sind Gefährdungen für Mensch, Tier und Umwelt faktisch nicht ausgeschlossen, wie uns die Landesregierung weismachen will“, so Jansen weiter.
Aufgrund der neuen Erkenntnisse hat DIE LINKE beantragt, dass sich der Umwelt- und Agrarausschuss mit diesem Thema befasst. Die Landesregierung müsse sich der Problematik schleunigst annehmen.
„Die Landesregierung muss zunächst einmal eine Bestandsaufnahme zum Glyphosateinsatz in Schleswig-Holstein vornehmen, denn bislang tappt sie völlig im Dunkeln. Dann müssen die Kontrollen intensiviert werden, sowohl bei der Abgabe von Glyphosat als auch bei den Endprodukten. In jedem Fall muss die Verwendung von Glyphosat verringert werden“, so Jansen abschließend.