27. Mai 2011

Antje Jansen: „Betreuungsgeld verhindert Chancengleichheit.“

Kiel. DIE LINKE kritisiert die geplante Einführung eines Betreuungsgeldes in Höhe von 150 Euro monatlich ab 2013. Damit schaffe der Staat besonders für einkommensschwache Familien einen Anreiz, ihre Kinder im Alter von bis zu drei Jahren zuhause betreuen, statt eine Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen.

„Einkommensschwache Familien könnten durch das anrechnungsfreie Betreuungsgeld dazu verleitet werden, ihre Kinder zuhause zu behalten, obwohl sie lieber eine Kinderbetreuung in Anspruch nehmen würden. Das verfestigt überholte Rollenbilder, weil es doch zumeist wieder die Frauen sein werden, die zuhause bleiben. Die Bundesregierung kauft den Armen ihre Kitaplätze ab und das macht Integration durch gemeinsames Lernen und damit Chancengleichheit unmöglich“, sagt Antje Jansen, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Schleswig-Holsteinischen Landtag.

„In Schleswig-Holstein müssen bis 2013 noch 9.000 Krippenplätze geschaffen werden, um die vorgesehene Betreuungsquote von 35 Prozent zu erreichen. Für diesen Ausbau brauchen die Kommunen Geld. Insbesondere der Ausbau von Ganztagseinrichtungen ist für die bessere Vereinbarkeit von Kindererziehung und Erwerbstätigkeit wichtig und auch das kostet Geld. Statt das Betreuungsgeld einzuführen und damit den Anreiz für externe Kinderbetreuung zu schmälern, sollten die Mittel von geschätzten zwei Milliarden Euro pro Jahr für den Ausbau der Kinderbetreuungsstruktur in den Kommunen eingesetzt werden.“