28. Januar 2010

Ranka Prante zum Freiwilligen Ökologischen Jahr

Sehr geehrter Herr Präsident, Frau Präsidentin,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

junge Menschen können seit 1991 in Schleswig-Holstein an einem Freiwilligen Ökologischen Jahr teilnehmen. Dies ist ein freiwilliger Einsatz für Umwelt und Natur. Waren es am Anfang lediglich 30 Stellen im Land, stieg die Zahl auf heute 150.

Von denen sind aus Finanzierungsgründen nur noch 110 besetzt, doch immer mehr junge Menschen wollen sich im Freiwilligen Ökologischen Jahr ausprobieren:

 

  • Sie lernen den Umgang mit der Natur und unserer Umwelt
  • Die Ableistung eines FÖJ kann die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen, weil man wichtige praktische Erfahrungen mitbringt.
  • In „grünen“ Berufen und Studienrichtungen kann ein FÖJ als Vorpraktikum anerkannt werden.
  • Ein FÖJ zählt an bundesdeutschen Hochschulen wie zwei Wartesemester.

 

Junge Menschen "sollen die Fähigkeit erwerben können, ökologische, soziale, ökonomische und politische Zusammenhänge zu verstehen und ökologische Wertvorstellungen, vor allem in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung begründen und festigen zu können. Darüber hinaus soll ihnen mit ihrem freiwilligen Engagement im FÖJ eine Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung bereitgestellt und berufliche Perspektiven eröffnet werden." (Präambel der Pädagogischen Rahmenkonzeption für das FÖJ, BMFSFJ 1997)

Nach der Schule stehen viele Jugendliche vor der Frage, welche von den vielen schier unüberschaubaren beruflichen Möglichkeiten bei einer gleichzeitig knappen Ausbildungsplatzsituation für sie die Richtige ist. Sie sollen eine richtige Entscheidung treffen. Um diesen Druck abzubauen und den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben sich umzuschauen gibt es das Freiwillige Ökologische Jahr.

Die Jugendlichen bekommen die Möglichkeit sich auszuprobieren, d.h. Selbständigkeit durch das Erfahren der eigenen Fähigkeiten und Grenzen sowie Übernahme von Verantwortung zu erlangen. Durch die Arbeit sammeln die Jugendlichen praktische Erfahrungen, Zukunftsorientierung für Beruf und Studium. Dieses möchte die Regierung durch Einsparungen zerstören.

Die Jugendlichen brauchen eine konstante Betreuung. Wir müssen den Bereich schmackhaft machen, in dem wir die Vergütung erhöhen, damit die FÖJler finanziell unabhängig werden. Es müssen mehr Stellen werden statt weniger geschaffen werden. Und es kann nicht sein, dass weiter an der Bildung von jungen Menschen gespart werden soll.

Sparen sie an der richtigen Stelle. Schon jetzt sind die Teilnehmer eher weiblich und haben das Abitur. Woher kommt dass? Und vor allem, wie ändern wir das?

Bestimmt nicht mit Einsparungen im Bereich von 500.000 €. Wir brauchen mehr Personal und mehr Vergütung, damit das Freiwillige Ökologische Jahr nicht völlig zum Auslaufmodel wird.