13. Juli 2010

Ranka Prante zum Antrag "Biomasse nachhaltig nutzen"

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Frau Präsidentin, Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen, die fossilen Rohstoffe wie Öl, Gas und Kohle sind begrenzt und wachsen daher nicht nach. Eine von vielen Alternativen ist die Nutzung von Bioenergien. Die Vorteile liegen auf der Hand:

Die Nawaro-Nutzung- also die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen -dient der Schonung von Rohstoffressourcen. Dazu ermöglicht die Nawaro-Nutzung eine nahezu CO2- neutrale Energieerzeugung. Die Nachteile sind jedoch auch nicht von der Hand zu weisen: Biomassennnutzung begünstigt die Zerstörung von Ökosystemen, da es zu einer Zerstörung der Biodiversität kommen kann. Zudem gibt es eine Nutzungskonkurrenz, wenn Getreide plötzlich zu Treibstoffproduktion und nicht mehr zur Herstellung von Lebensmitteln genutzt wird. Die weltweite Hungerkrise hat uns das deutlich gezeigt.

Daher ist es notwendig, die Biomasse aus der 2. Generation mit gesetzlicher Hilfe in den Vordergrund zu rücken. Denn die bringt eine höhere Energieausbeute und konkurriert weit weniger mit der Lebensmittelherstellung als ihre Vorgänger. Daher begrüßen wir den Antrag der Fraktion Bündnis 90/ DIE Grünen. Der Antrag greift alle Kritikpunkte, die wir an den bisherigen Regelungen zur Biomasse haben, auf und rückt die Biomasse der 2. Generation und deren Vorteile in den Vordergrund. Den Fakt ist: Das Erneuerbare Energien Gesetz benötigt eine Anpassung! Es ist wichtig, dass die Nutzung der Biomasse sich auf die Nutzung der Biomasse der 2. Generation konzentriert. Zum einen, um die Diversität in der Kulturlandschaft zu fördern und zum anderen um Nahrungsmittelkrisen, wie wir sie im vergangen Jahr zum widerholten Male erlebt haben, zu verhindern. Es kann nicht sein –meine Damen und Herren- dass Menschen in anderen Teilen der Welt hungern müssen, weil wir unser ökologisches Gewissen beruhigen! Für den Import von Biomasse müssen auf wissenschaftlicher Basis, Nachhaltigkeitsstandards entwickelt werden, und natürlich muss dann auch die Kontrolle dieser Standards gewährleistet sein. Wir kennen viele Länder in denen Monokulturen, wie z.B. Soja und Palmöl in riesigen Mengen angebaut werden. Brasilien ist ein gutes Beispiel dafür, wie man es falsch macht.

Wenn riesige Flächen von Regenwald abgeholzt werden, um dem Anbau von Pflanzen Platz zu machen, die für Treibstoffe oder Biomasse genutzt werden, dann ist das auch für die CO2 Bilanz der Biomasse nicht von Vorteil. Auch die extensive Nutzung von chemischen Düngern und genetisch veränderten Pflanzen zeigt sich auf dem Konto der CO2- und der Ökobilanz der Biomasse. Auch hier zu Lande müssen Monokulturen verhindert werden. Dies betrifft hier in Schleswig-Holstein insbesondere den Mais- und Rapsanbau. Ebenso sollten Bemühungen unterstützt werden, dass Kleinanlagen leichter zu realisieren sind und dass die Transportwege von Acker zur Biogasanlage kurz gehalten werden.  

Meine Damen und Herren, wir sollten uns an dieser Stelle dafür einsetzen, dass die EU hier nicht nur „Greenwashing“ betreibt, sondern ernsthafte und sinnvolle Vorschläge machen, die uns in Richtung 100% Erneuerbare bringen. – der Antrag der Grünen ist ein solcher! Würde die Biomasse bzw. die Biomassennutzung in den Landesentwicklungsplan mit einbezogen werden, würde dies diesen Plan ein wenig besser machen und Ziele wie Standortentwicklung und die ökologische Nachhaltigkeit stärken.

Vielen Dank!