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DIE LINKE fordert die endgültige Abschaltung aller schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke.
Angesichts der anhaltend entsetzlichen Nachrichten aus Japan setzten Heinz-Werner Jezewski, Uli Schippels und Björn Thoroe auch in Kiel ein Zeichen der Solidarität und protestierten gegen die Laufzeitverlängerung der deutschen AKW's. Über tausend Menschen versammelten sich auf dem Rathausmarkt und begaben sich danach friedlich auf eine Spontandemo in Richtung Bahnhof. Der SuperGAU in Japan zeigt einmal mehr: Atomkraft ist eine unbeherrschbare Risikotechnologie!
Über siebzig Frauen und auch einige Männer, waren zur Veranstaltung der LINKEN ins Landeshaus gekommen.
Freitag der 4.3. stand für DIE LINKE Landtagsfraktion und die Rosa Luxemburg Stiftung ganz im Zeichen der Frau(en). Bis auf den Poeten Björn Högsdal, der im Team mit der Poetin Bente Varleman aus Hamburg Texte zu Rosa Luxemburgs Zitaten vortrug, kamen nur Frauen am Mikrofon der bis auf den letzten Platz ausgefüllten Veranstaltung zu Wort.
Die Fraktion bot ein vielfältiges Programm. Ursula Müller, Autorin und ehemalige Staatssekretärin erklärte in ihrer Rede die Verbindung des Frauentages zu Rosa Luxemburg und ihre Bedeutung für die Frauenrechte im aktuellen Krisenkapitalismus. Einen Schwerpunkt dabei legte sie auf die Arbeit der Frauen zu Zeiten Luxemburgs, die Bestandteil des Kapitalismus war, jedoch nicht kapitalistisch honoriert wurde. Suzanne Vogel-Vitzthum, Geschäftsführerin der Rosa-Luxemburg Stiftung in Schleswig-Holstein, hatte eine interaktive Videopräsentation mit Frauenportraits aus aller Welt angefertigt, die Frauenbilder reflektierte und wichtige Frauen im feministischen Kampf würdigte.
Jannine Menger-Hamilton, Landessprecherin der LINKEN in Schleswig-Holstein setzte den Akzent auf die aktuelle Situation von Frauen in der so genannten Care-Arbeit, und schloss damit den Bogen zum theoretischen Fundament, das Ursula Müller gelegt hatte. Damit und mit dem Verweis auf den „Equal Pay Day“, der sich am 25. März wieder jährt, thematisierte sie die immer noch gegenwärtige Benachteiligung von Frauen im Berufsalltag.
Marion Gurlit die Landessprecherin der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten begrüßte die Einladung der LINKEN Landtagsfraktion, indem sie der Fraktion einen Bildband über Migrantinnen in Bad Oldesloe überreichte und dorthin einlud, weil bereits einige Initiativen für Frauen mit Migrationshintergrund gestartet worden seien. Alle Rednerinnen erinnerten geschlossen an die erheblichen Kürzungen der Mittel für Frauenberatungsstellen und Mädchentreffs des bereits verabschiedeten Haushaltsentwurfs der Landesregierung und beurteilten dies als gravierenden Schritt in die falsche Richtung.
Ayse Fehimli LINKE Ratsfrau mit Migrationshintergrund, hatte gemeinsam mit einer Frauengruppe aus Mettenhof ein Programm zu Rosa Luxemburg Zitaten vorbereitet. Frauen aus zwölf verschiedenen Ländern rezitierten auf Deutsch und in ihrer eigenen Muttersprache, Gedanken zu den Zitaten, dem Leben und ihren Rechten als Frau in Schleswig-Holstein. Angesprochen wurden sowohl die Kopftuchdebatte, da viele Frauen Schwierigkeiten haben, einen Job oder gar ein Praktikum des Jobcenters zu bekommen, als auch das Problem der Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse und der einmaligen Staatsbürgerschaft, die das Wahlrecht verhindert. Zu Gast waren auch Vertreterinnen der alevitischen und kurdischen Gemeinde in Kiel. Frauen der letzteren beklagten die fehlende, offiziell anerkannte kulturelle Identität. Ein wichtiges Thema war für einige der vortragenden Frauen auch die Auswirkung der deutschen Auslandspolitik. Sie kommen aus Krisen- und Kriegsgebieten wie dem Irak und Afghanistan und machen sich große Sorgen um ihre Angehörigen. Ranka Prante, Fraktionsvorsitzende der LINKEN, überreichte den Frauen im Vorfeld des Frauentags zum Dank für die Teilnahme jeweils eine Rose und bestärkte sie, sich weiterhin gemeinsam für Gleichberechtigung und die friedliche internationale Solidarität im Sinne Rosa Luxemburgs einzusetzen. Sei es in Afghanistan, Aserbaidschan, Äthiopien, im Irak, der Türkei oder in Deutschland.