28. Mai 2011 Surya Stülpe Migration/Integration/Heinz-Werner Jezewski

Wirksame Bleiberechtsregelung und Vermeidung von Kettenduldungen

Zum Stichtag 30.06.2011 lebten knapp 90.000 (87.312) lediglich geduldete Personen in Deutschland. Etwa 60 Prozent von ihnen, 51.224 Menschen, lebten bereits seit mehr als sechs Jahren hier. In Schleswig-Holstein sind es 1090 Personen (Stand: 31.12. 2010), darunter viele Kinder und Jugendliche. Geduldet zu sein bedeutet für die Betroffenen eine... Mehr...

 
 

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6. September 2010

Position der LINKEN zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund

Text von Jan Ismet Ramm, Referent für Integration

DIE LINKE sieht die Integrationspolitik als eine gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe, die sich in Bereichen der Gesellschaft abspielt, in denen Menschen mit Migrationshintergrund eingebunden werden können. Es handelt sich um somit um eine Gesellschaftsaufgabe, die die Arbeitsmarkt-, Sozial-, Wohn- und Bildungspolitik umfasst und auch auf die Integration allgemein sozialbenachteiligter und diskriminierter Menschen hinwirkt. Diesbezüglich bedarf die Integrationsarbeit der politischen, sozialen und kulturellen aber auch der juristischen Gleichberechtigung der Menschen mit Migrationshintergrund im Lande. Wer von Integration redet, darf über soziale Sicherheit, rechtliche Gleichstellung und wirksame Antidiskriminierungsgesetze nicht schweigen. Ein solider Spracherwerb ist ein entscheidender Schritt, er wird Menschen mit Migrationshintergrund aber nicht vor Lohndumping, Arbeitsverboten durch das Asylgesetz, sozialen Benachteiligungen im Bildungssystem und nicht zuletzt vor Hartz IV Gesetzen schützen. Asylsuchende dürfen von Integrationsmaßnahmen nicht ausgeschlossen werden.

Menschen mit Migrationshintergrund sind besonders von der höheren Arbeitslosenquote und der höheren Abhängigkeit von Sozialleistungen betroffen. Sie müssen überdurchschnittlich oft in ungesicherten Beschäftigungsverhältnissen im Niedriglohnsektor arbeiten. Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen mit Migrationshintergrund trotz guter Bildungsvoraussetzungen stark benachteiligt sind.

  • DIE LINKE fordert die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse.

Dies würde besonders Menschen mit Migrationshintergrund zugutekommen.

Religion ist zunehmend in politischen Zusammenhängen wie auch im privaten Bereich ein Thema. Für DIE LINKE ist die religiöse Orientierung eines Menschen Privatsache. Niemand darf sich einmischen in die Frage, ob und an welchen Gott jemand glaubt. Die Linke setzt sich für Religionsfreiheit und Religionsgleichheit ein. Einer friedlichen Glaubensgemeinschaft darf nicht das Recht genommen werden, Gotteshäuser zu errichten und den Glauben auszuleben.

  • DIE LINKE setzt sich für eine Trennung von Staat und Kirche ein.

Das Neutralitätsgebot des Staates ohne eine Ungleichbehandlung der Religionen sicherzustellen, heißt für uns: kein »bekenntnisorientierter Religionsunterricht« in den Schulen. Niemand von uns will den Religionsgemeinschaften verbieten.

  • Zugleich fordert DIE LINKE, dass Integration nicht auf Religion begrenzt werden darf.  Die Identität eines Menschen umfasst weit mehr als die religiöse Zugehörigkeit. Daher tritt Die Linke für eine umfassende Integrationspolitik ein, die religiöse Fragen nicht ausklammert, sie aber auch nicht zum Mittelpunkt macht.

Für die interkulturelle Öffnung der Einrichtungen des Gesundheitswesens und der öffentlichen Verwaltung ist es erforderlich, einerseits die bestehenden Angebote auch auf die Belange der Menschen mit Migrationshintergrund auszurichten und andererseits den Erwerb interkultureller Fachkompetenz des Personals in Aus- und Fortbildung zu unterstützen.
Diskriminierung ist eine alltägliche Erfahrung für viele Menschen mit Migrationshintergrund. Viele Verbände und Einzelpersonen haben seit langer Zeit ein Antidiskriminierungsgesetz gefordert. Daher war die Verabschiedung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG)– umgangssprachlich auch Antidiskriminierungsgesetz genannt – mit großen Erwartungen verbunden. Diese wurden enttäuscht. Wesentliche Bereiche der Diskriminierung wie die Benachteiligung aufgrund sozialer Herkunft wurden nicht behandelt. Viele Menschen mit Migrationshintergrund werden wegen ihrer sozialen und ethnischen Herkunft in Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt diskriminiert. Trotz gleichwertiger Abschlüsse haben Menschen mit Migrationshintergrund geringere Chancen, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu erhalten. DIE LINKE will die gleichberechtigte Teilnahme aller Menschen am gesellschaftlichen Leben, unabhängig von ihrem Aussehen und ihrer Herkunft, ihrer sexuellen oder religiösen Orientierung. Die Linke lehnt Versuche kollektiver Identitätsstiftung im Sinne einer »christlich abendländischen Kulturgemeinschaft« bzw. »deutschen Leitkultur« ab.

  • DIE LINKE will, dass das Zusammenleben der Menschen einzig auf Grundlage allgemeinverbindlicher Verfassungswerte (den Grundrechten, der Gewaltenteilung, der richterlichen Unabhängigkeit, dem Sozialstaatsprinzip, dem Schutz für Verfolgte usw.) geregelt wird.

Die Lebenssituation von Flüchtlingen ist ungleich schwieriger als die anderer Menschen mit Migrationshintergrund. Diese Menschen sind vor unsicheren Lebensbedingungen, vor Hunger, Folter und Krieg geflüchtet. In Deutschland angekommen, müssen sie unter schlechten und erniedrigenden Bedingungen leben. Die Angst vor Abschiebung begleitet sie überall hin. Diese Menschen können bis zu 18 Monate inhaftiert werden, um sie anschließend abzuschieben. Betroffen sind auch Schwangere, psychisch und physisch Kranke, ja sogar traumatisierte Menschen sowie Jugendliche, die älter als 16 Jahre sind bzw. geschätzt werden.

 

  • DIE LINKE lehnt die Inhaftierung von Menschen ausschließlich zur Sicherung einer Verwaltungshandlung (Durchsetzung der Ausreisepflicht) grundsätzlich ab.

 

Minderjährige, Menschen mit Behinderungen, psychisch oder physisch Kranke, Schwangere, Eltern mit Kindern, Alleinerziehende und andere besonders schutzbedürftige Personen dürfen überhaupt nicht eingeschlossen werden. Flüchtlinge in Deutschland leben meist unter miserablen sozialen Bedingungen. Verantwortlich dafür ist das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Danach erhalten Flüchtlinge lediglich Leistungen, die 35% unter dem offiziellen Existenzminimum liegen.

  • DIE LINKE fordert eine großzügige gesetzliche Bleiberechtsregelung. Eine Bleiberechtsregelung darf weder den Nachweis einer Erwerbstätigkeit, von Sprachkenntnissen, noch von besonderen» Integrationsleistungen« zur Bedingung für die Aufenthaltserteilung machen.

 

PRESSE ZUM THEMA

5. Mai 2012 Heinz-Werner Jezewski/Landesverband/Demokratie/Inneres+Recht

Jezewski und Menger-Hamilton: „DIE LINKE hat es vorgemacht: Mehr Transparenz und Aufrichtigkeit in Wahlkämpfen.“

Heinz-Werner Jezewski, innen- und rechtspolitischer Sprecher der LINKEN Landtagsfraktion und die Landessprecherin der LINKEN, Jannine Menger-Hamilton, rufen zu einem anständigen Stil in zukünftigen Wahlkämpfen auf. „Ob Verunglimpfung einer möglichen Koalition als ‚Dänenampel‘, ungerechtfertigte Unterstellungen gegen demokratische Parteien oder... Mehr...

 
26. April 2012 Pressemeldungen/Heinz-Werner Jezewski/Bildung

Heinz-Werner Jezewski zum Bibliotheken-Gesetz: „Landesregierung betreibt kulturellen Kahlschlag.“

Zur heutigen Debatte über den Gesetzentwurf des SSW sagt der kulturpolitische Experte des LINKEN Landtagsfraktion Heinz-Werner Jezewski: „Der Gesetzentwurf des SSW enthält alle grundlegenden Regelungen, die den Bibliotheken des Landes ein effektives Arbeiten ermöglichen. DIE LINKE unterstützt den Gesetzentwurf ausdrücklich. Wie schon bei der... Mehr...

 
26. April 2012 Pressemeldungen/Heinz-Werner Jezewski/Migration/Integration

DIE LINKE kritisiert: Landesregierung gegen Flüchtlinge und Migranten in Stellung

Die regierungstragenden Fraktionen bewiesen heute erneut, dass sie für Flüchtlinge und Migranten nichts übrig haben. Bei den heutigen Beratungen zur Unterbringung von Flüchtlingen, den Integrationsinitiativen der Landesregierung und für eine medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere stimmten die Fraktionen der CDU und FDP gegen jede... Mehr...

 
18. April 2012 Pressemeldungen/Heinz-Werner Jezewski/Migration/Integration

DIE LINKE: „Es gibt keine Rechtfertigung für Abschiebungshaft.“

Der Beirat für den Vollzug der Abschiebungshaft stellte heute seinen Bericht vor. DIE LINKE erneuert ihre Forderung nach Abschaffung der Abschiebehaft. „Die Abschiebungshaft in Schleswig-Holstein ist durch nichts mehr zu rechtfertigen. 85 Prozent der Flüchtlinge werden entweder in ein europäisches Land weitergeschoben, oder wieder entlassen weil... Mehr...

 
22. März 2012 Pressemeldungen/Heinz-Werner Jezewski/Demokratie

Heinz-Werner Jezewski: „Mehr Demokratie ist mit Schwarz-Gelb nicht zu machen!“

Heinz-Werner Jezewski, innen- und rechtspolitischer Sprecher der LINKEN Landtagsfraktion zu TOP 11, Gemeindeordnung: „Vor etwa zwei Jahren hat das Landesverfassungsgericht entschieden, dass die Amtsausschüsse in Schleswig-Holstein keine ausreichende demokratische Legitimation haben. Dann gab es zwei Möglichkeiten: Entweder die Amtsausschüsse... Mehr...

 
23. Februar 2012 Pressemeldungen/Heinz-Werner Jezewski/Inneres+Recht

Heinz-Werner Jezewski zur Änderung des Kommunalabgabengesetzes

Zur Änderung des Kommunalabgabengesetzes erklärt Heinz-Werner Jezewski, Der kommunalpolitischer Sprecher der LINKEN Landtagsfraktion: „CDU und FDP wollen, dass die Anwohnerbeiträge für Maßnahmen wie Straßenbau künftig auch von den Mieterinnen und Mietern getragen werden müssen. Das OVG Koblenz hält eine solche Regelung für derart bedenklich, dass... Mehr...

 
14. Februar 2012 Pressemeldungen/Heinz-Werner Jezewski/Inneres+Recht

Heinz-Werner Jezewski zum Abschlussbericht der Enquete-Kommission Norddeutsche Kooperation

Zur Vorlage des Abschlussberichtes der Enquete-Kommission erklärt Heinz-Werner Jezewski, Vertreter der Fraktion DIE LINKE: „Geistig liegen Husum und Hamburg im Moment Lichtjahre auseinander. Das merkt man nicht zuletzt am Streit um die Messe Husum-Windenergie oder das Gastschulabkommen. Verstärkte Norddeutsche Kooperation muss nach Ansicht der... Mehr...

 
9. Februar 2012 Heinz-Werner Jezewski/Bundespartei/Inneres+Recht

Jezewski und Möhring (MdB): „Deutsche Polizistinnen und Polizisten aus Afghanistan abziehen!“

Gemeinsame Presseerklärung der Bundestagsabgeordneten Cornelia Möhring und des schleswig-holsteinischen Landtagsabgeordneten Heinz-Werner Jezewski Mehr...

 
20. Dezember 2011 Pressemeldungen/Heinz-Werner Jezewski/Antje Jansen/Migration/Integration

DIE LINKE gratuliert Wulf Jöhnk: „Herausragende Leistung als unbequeme Stimme“

Kiel. Die Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Antje Jansen äußert sich am Rande der Preisverleihung des Leuchtturms des Nordens: „Der ehemalige Flüchtlingsbeauftragte des Landes, Wulf Jöhnk ist ein würdiger Preisträger, er hat sich in vorbildlicher Weise für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein eingesetzt. Er hat Missstände aufgedeckt und klar benannt,... Mehr...

 
14. Dezember 2011 Pressemeldungen/Heinz-Werner Jezewski/Kultur

Lobby-Interessen statt Denkmalschutz – So geht es nicht!

DIE LINKE wirft den Fraktionen von CDU und FDP gravierende handwerkliche und inhaltliche Mängel beim Gesetzentwurf zum Denkmalschutz vor. Dazu Heinz-Werner Jezewski, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion: „Nach Aussage des Denkmalrates Schleswig-Holstein wird unser Land mit diesem Gesetz zum Eldorado für Raubgräber. Auf 99 Prozent der... Mehr...

 

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